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4 Städte für eine unbezahlbare Erfahrung in Indien

Eine Frau steht vor dem Taj Mahal.
Fabian
Okt. 02 · 6 Minuten lesen

Eine unvorstellbar bunte Welt, über 1,3 Milliarden Menschen, eine der besten Küchen, Gastfreundschaft und eine Landschaft zum Träumen. Das ist Indien. In diesem Blogartikel findet ihr meine Reiseroute sowie weitere Tipps für eine unvergessliche Zeit in Indien.

Wenn du dich also entscheidest, nach Indien zu reisen, ist Delhi als Zielflughafen eine sinnvolle Option. Von der riesigen Hauptstadt aus kommt man in jeden Teil des Landes mit dem Bus, Zug oder Flugzeug und das für echt wenig Geld. Delhi selbst ist eine laute und schmutzige Stadt und man wird direkt mit dem indischen Verkehrschaos konfrontiert. Ich würde dir empfehlen, nicht allzu viel Zeit in Delhi zu vergeuden, da es deutlich schönere und eindrucksvollere Orte gibt, die man in diesem Land sehen kann. Damit ihr die richtigen Indien-Prioritäten setzt, verrate ich euch meine Lieblingsziele, die von Delhi aus einfach zu erreichen sind. 

Eine Reise beginnt immer mit der Planung. An eurer Stelle würde ich mir für Indien einige Ziele/Städte markieren, zu denen ihr unbedingt möchtet und den Rest der Spontanität und dem Zufall überlassen. Indien ist bekannt für sein gut ausgebautes Zugnetzwerk, ihr kommt also fast in alle Teile des Landes mit mehr oder weniger Aufwand hin. Auch den Bus zu nehmen, lohnt sich. 

Ich bin damals in einem Touristenbüro in Delhi gelandet und habe dort eine siebentägige Reise gebucht: Von Delhi aus über Jaipur, Jodhpur, Agra und Varanasi und wieder zurück. Die ersten vier Tage hatten wir einen persönlichen Fahrer in einer indischen S-Klasse, was sich natürlich nicht mit einem Mercedes vergleichen lässt, aber wir hatten Beinfreiheit und gemütliche Sitze. Die Fahrer kennen sich in den Städten perfekt aus, verraten euch die Insidertipps, wissen, wo es den besten Chai-Tee gibt. Sie bringen einen, wie es das Gerücht besagt, zwar auch zu Läden von ihren Freund:innen, aber sind einem niemals böse, wenn man nichts kauft. Wir zahlten damals für die vier Tage 100 Euro pro Person. Inkludiert war dabei: der Reisebegleiter, der wie ein Chauffeur und Touri-Führer in einem war; die Übernachtungen sowie die Zugfahrten für die nächsten drei Tage. Ein Schnapper dafür, wie viel wir gesehen, erlebt und gegessen haben. 

1. Jaipur

Ein langer Gang des Monument Patrika Gate mit vielen bunt bemalten Wänden
Patrika Gate , Jaipur, India | Unsplash License

Jaipur ist eine historische Stadt, in der man sieht, dass Indien kulturell und historisch Einiges zu bieten hat. Von der Festung Fort Amber habt ihr einen atemberaubenden Ausblick auf die Umgebung. Die beiden anderen Paläste, Hawa Mahal und City Palace, sind beide hellrot, weshalb Jaipur auch „the pink city“ genannt wird. Schaut euch auch die Moscheen an. Die sind meist von Grün umgeben und bieten euch eine Möglichkeit zum Entspannen. Im lauten, menschen- und verkehrsreichen Indien sucht man immerhin händeringend nach Ruheoasen. Zudem ist die Stadt für ihre feinen Stoffe bekannt. Für Jaipur würde ich ein bis zwei Nächte empfehlen, um die Stadt auch wirklich genießen zu können.

2. Jodphur

Jodphur wird die blaue Stadt genannt. Viele Häuser sind dort nämlich in blauer Farbe gestrichen – dies soll der Hitzereduzierung dienen. Lasst euch in Jodphur keinesfalls die Mehrangarh Festung entgehen. Ich empfehle auch den Rao Jodha Desert Rock Park sowie das Umaid Bhawan Palace Museum. Ansonsten würde ich einfach die Altstadt genießen, durch die bunten Märkte schlendern und diese schöne Stadt mit ihren Gerüchen von Gewürzen wirken lassen. Auch hier würde ich eine bis zwei Nächte einplanen. 

3. Agra

Blick auf den Taj Mahal. Mittig läuft befindet sich ein langgezogener Brunnen, der auf das Mausoleum zuläuft. Drum herum tummeln sich zahlreiche Touristen.
Taj Mahal, Agra, India | Unsplash License

Wer an Indien denkt, hat sicherlich das Bild des Taj Mahals vor Augen. Es gibt einige Grabdenkmäler in Indien, das Taj Mahal ist das schönste von ihnen. Die prunkvolle Baut ist in einem Umkreis von zwei Kilometern nicht mit dem Auto erreichbar, da man Verschmutzungen des weißen Marmors verhindern möchte. Nimm dir deshalb einfach eine Fahrradrikscha und versuche so früh wie möglich (am besten zu Beginn der Öffnungszeiten) dort zu sein, um viele Tourist:innen zu vermeiden und das Denkmal in all seiner Schönheit zu genießen (und natürlich um die besten Fotos ohne Menschenmassen zu machen). Ebenfalls eindrucksvoll ist das Rote Fort, eine Mogulfestung aus dem 16./17. Jahrhundert. Abgesehen von diesen beiden Attraktionen ist Agra nicht wirklich schön oder einen ausgiebigen Besuch wert. Eine Nacht reicht völlig aus. Mit dem Nachtzug kommt man von Agra aus dann ganz entspannt nach Varanasi. 

4. Varanasi

indische Traditionen: Männer in traditionell indischer Kleidung halten Feuerstäbe in die Luft.
Varanasi, Uttar Pradesh, India | Unsplash License

Die heilige Stadt des Todes. Hier werden die Toten verbrannt und die Asche in den Ganges geworfen. Intensivere Eindrücke von Indien als hier hatte ich nirgendwo. Der Ganges ist das Zentrum der Stadt, alles dreht sich um den Fluss, da er für die Hindus als heilig gilt und dem Baden in ihm eine große Bedeutung zugesprochen wird. In Varanasi gibt es prinzipiell keine einzelnen Sehenswürdigkeiten, es ist vielmehr die Stadt und die Menschen selbst, weshalb die Stadt einen Besuch wert ist. Die spirituelle Verbundenheit der Menschen mit diesem Fluss, die hinduistischen Feste und der Frieden, der an diesem Ort spürbar ist, sind atemberaubend. In Varanasi leben viele der hohen Priester, der Brahmanen. Versucht unbedingt, das Gespräch mit ihnen zu suchen. Falls sie kein Englisch können, werden sich rasch andere Inder:innen als Übersetzer:innen anbieten, das Volk ist super hilfsbereit und freundlich. 

Wenn ihr diese vier Städte bereist, habt ihr zwar nur einen Bruchteil des Landes gesehen. Ich persönlich empfehle diese Route aber, weil die Städte gut miteinander verbunden sind und es viel zu sehen gibt. Dadurch, dass Jaipur, Jodhpur, Agra und Varanasi so unterschiedlich sind, fühlt es sich an, als würde man einen erheblichen Teil Indiens kennenlernen, ohne monate- und jahrelang unterwegs sein zu müssen. Die vier Städte bieten einen schönen Überblick über die kulturellen Differenzen und Gemeinsamkeiten verschiedener indischer Regionen. 

Palmen, blaues Meer, weißer Strand
Goa, India | Unsplash License

Ebenfalls reizend sind die Nationalparks nördlich von Delhi, in denen man begleitet von Guides die Schönheit der Vegetation erfährt und mit etwas Glück wildlebende Tiger und Elefanten sieht. Wenn ihr etwas mehr Zeit mitbringt und nach einigen Tagen Städtereisen erschöpft seid, lohnt sich ein Ausflug in den Süden, nach Goa. Der kleinste und trotzdem reichste Staat Indiens bietet euch schöne Strände, um von dem ganzen Lärm und der Hektik der Städte runterzukommen. Auch hierfür lohnt es sich spontan zu sein, von Strand zu Strand mit einem geliehenen Roller zu fahren. Goa ist immerhin auch verkehrstechnisch der ruhigste Teil Indiens und man kann lokal nach kleinen Hütten zum Schlafen fragen (meist zahlt man zwischen 3 und 10 Euro pro Nacht, wobei 10 schon echt "teuer" ist).

Allgemeine Tipps

Packen: Wer schon auf Reisen war, kennt es. Man packt sich zu viele Sachen ein und schleppt sie anschließend unnötig mit sich herum. Falls ihr merken solltet, dass ihr zu wenig mitgenommen, lassen sich überall für absolut wenig Geld Klamotten kaufen. 

Essen: Probiert die tollen Geschmäcker der indischen Küche aus! In kleinen „Restaurants“ zahlt man meist 1-3 € für Gerichte wie Currys. Manche raten zwar von Straßenständen ab, jedoch sind gerade diese meine Lieblingsorte zum Essen gewesen. Solange man kein Huhn isst, welches seit Stunden in der Sonne lag, sollte man auch kein Problem mit dem Magen kriegen. Wenn ihr Schärfe nicht ausstehen könnt, dann sagt das dazu, das kann sonst im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gehen.

Begegnungen mit Einheimischen: Nimm die Menschen wie sie sind. Die meisten Inder:innen sind super freundlich und hilfsbereit. Wenn du Rikscha fährst und weißt, wo du hinmöchtest, frag den Fahrer oder die Fahrerin, ob sie den Meter anmachen können. Wenn sie verneinen, wollen sie höchstwahrscheinlich, dass ihr deutlich mehr für die Strecke zahlt, schließlich bist du in seinen Augen reich. Frag mehrere Fahrer:innen, um ein Gefühl für die Preise zu bekommen. Am Anfang habe ich für eine zehnminütige Fahrt 70 Rupien (1€) gezahlt und mich gefreut, wie günstig es war. Am Ende habe ich für die gleichen Strecken einen Bruchteil gezahlt. Nach einiger Zeit bekommt man also ein Gespür dafür, wie man Geld sparen kann. 

Gesten und Kommunikation: Wunder dich nicht, wenn die Leute am Anfang auf eine von dir gestellte Frage den Kopf schütteln. In Indien ist die Kopfbewegung nämlich nicht als “Nein” sondern als wortloses “Ja” zu verstehen. Auch der Akzent könnte am Anfang etwas hart sein, allerdings reden sehr viele Inder:innen Englisch und man kommt damit überall gut durch. 

Kosten: Selbst wenn du nur 2-3 Wochen nach Indien fliegst und die Flugkosten im Vergleich zu einem europäischen Land höher sind, wirst du letztendlich günstiger oder gleich teuer unterwegs sein, da das Leben ultra günstig und nicht touristisch ist. Je länger man bleibt, desto mehr relativiert sich dann natürlich auch der Flugpreis. 

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