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Berechnungsgrundlagen für CO₂-neutrales Fliegen

Fotocredit: Pexels / Baurzhan Kadylzhanov
Fabian
Aug. 28 · 4 Minuten lesen

Wir haben uns schon lange intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie wir ein klimafreundliches Produktportfolio anbieten können. Über diese Motivation und über unser Verantwortungsbewusstsein sind wir dazu gekommen, Bäume zu pflanzen und so an unserer Klimaneutralität zu arbeiten. Wir pflanzen für jeden Flug, der über uns gebucht wird, bis zu drei Bäume. Durch diese Maßnahmen ermöglichen wir klimaneutrales Fliegen. Doch wie können wir diese Aussage belegen? Was sind unsere Berechnungsgrundlagen und welche Herausforderungen gab es bei den Berechnungen? All diese Fragen beantworten wir euch in diesem Artikel.

Theoretische Hintergrundinformationen

In der wissenschaftlichen Gemeinschaft herrscht keine Einigkeit darüber, wie viel CO₂ ein einzelner Baum pro Jahr sequestrieren kann. Das liegt vor allem daran, dass unterschiedliche Bäume an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Sequestrierungsmöglichkeiten haben. Wir haben zwei der am meisten zitierten Studien im Bereich der CO₂-Sequestrierungsmöglichkeiten ausgewertet und als Basis für unsere Berechnungen genutzt. Determinanten, welche einen Einfluss auf die CO₂-Sequestrierungsmöglichkeiten haben, sind:

a) die Dicke des Stammes,

b) die Höhe des Baumes und

c) das Alter des Baumes.

 

Tropische Wälder sequestrieren mehr CO₂ als andere Wälder. Es besteht allerdings Klarheit darüber, dass tropische Wälder aufgrund ihrer hohen Biomasse 50% mehr CO₂ speichern und sequestrieren können als Wälder in temperierten Regionen, wie sie etwa in Europa zu finden sind.

Fotocredit: Pexels / Johannes Plenio

Laut der Studie Factors Affecting Carbon Sequestration in Trees, veröffentlicht im Journal of Agricultural Research, sequestrierten 773 Bäume von 75 unterschiedlichen Baumarten im Schnitt 22,5kg CO₂ p.a. über einen Zeitraum von 40,2 Jahren. Das Journal of Agricultural Research ist vom Bundesagrarministerium der U.S.A. offiziell anerkannt.

Die durchschnittliche Dicke der Bäume in der Studie betrug 35,8cm, die durchschnittliche Höhe 12,7m und der Schnitt der untersuchten Anzahl der Bäume einer Spezies lag bei 8,1. Wichtig anzumerken ist, dass gerade in den ersten Jahren vergleichsweise wenig CO₂ sequestriert werden kann. In der Untersuchung wurden außerdem Unterschiede zwischen den einzelnen untersuchten Baumarten festgestellt.

Eine weitere Studie, Carbon sequestration: how much can forestry sequester CO2?, kam zu dem Ergebnis, dass tropische Bäume im Schnitt 50 Pfund (22,7kg) CO₂ pro Baum pro Jahr sequestrieren können. Als einflussreiche Determinanten für das CO₂-Sequestrierungspotenzial wurden auch in dieser Studie das Wachstum der einzelnen Baumarten, die Dichte des Holzes und der Ort festgehalten. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Bäume im Alter zwischen 20 und 50 Jahren am meisten CO₂ sequestrieren können.

Mathematische Berechnungsgrundlagen

In beiden erwähnten Studien konnte das CO₂-Sequestrierungspotenzial eines einzelnen Baumes anhand von unterschiedlichen Aspekten mathematisch berechnet werden. Grundlage für die Berechnungen war zunächst das Grüngewicht des Baumes, welches sich anhand von verschiedenen Faktoren berechnen lässt.

a. W = Gewicht des Baumes über Boden in Pfund

b. D = Durchmesser des Stammes in Inch 1,5m über dem Boden

c. H = Höhe des Stammes in Fuß

d. Für Bäume mit D< 11:

i. W = 0,25D2H

e. Für Bäume mit D>= 11

i. W = 0,15D2H

Zusätzlich zum Grüngewicht muss das Bodengewicht eines einzelnen Baumes berechnet werden. Das Bodengewicht eines Baumes beträgt ca. 20% des Über-Boden-Gewichts eines Baumes. Um das Gesamtgrüngewicht zu berechnen, muss das Grüngewicht des Baumes über dem Boden mit 120% multipliziert werden (W x 120%). Neben dem Grüngewicht eines Baumes, muss außerdem das Trockengewicht berechnet werden. Eine ausführliche Studie der University of Nebraska, durchgeführt von der University of Illinois, kam zu dem Ergebnis, dass Bäume im Schnitt zu 72,5% aus Trockenmasse bestehen. Das Trockengewicht in Pfund berechnet sich also wie folgt:

 

W x 120% x 72,5%

Das Gewicht des Kohlenstoffes im Baum beträgt im Schnitt 50%. Das Gesamtgewicht des Kohlenstoffes berechnet sich demnach anhand der Formel:

W x 120% x 72,5% x 50%

Das Gewicht von CO₂, sequestriert in einem Baum, lässt sich anhand der folgenden Daten berechnen. Grundlage hierfür ist, dass CO₂ zu einem Molekül Kohlenstoff und 2 Molekülen Sauerstoff besteht. Das atomare Gewicht von Kohlenstoff beträgt: 12,001115. Das atomares Gewicht von Sauerstoff beträgt: 15,9994.

Das Gewicht von CO₂ in Bäumen kann anhand des Verhältnisses von Kohlenstoff zu Sauerstoff berechnet werden, also: 12,001115 + 2* 15,9994 = 43,999915.

Das Verhältnis von CO₂ zu Kohlenstoff beträgt folgerichtig: 43,999915/ 12,001115= 3,6663. Um das sequestrierte Gewicht von CO₂ in einem Baum zu berechnen, muss das Gewicht von Kohlenstoff mit dem Faktor 3,6663 multipliziert werden. Die endgültige Formel zur Berechnung von CO₂-Sequestrierung eines Baumes in lbs. lautet demnach:

 

W x 120% x 72,5% x 50% x 3,6663

 

Das CO₂-Gewicht, das pro Baum pro Jahr sequestriert werden kann, wird berechnet, indem das Gewicht von Kohlenstoff durch das Alter des Baumes in Jahren geteilt wird.

Um diese theoretischen Aspekte plastischer darstellen zu können, geben wir euch hier ein Berechnungsbeispiel:

Ein 40,2 Jahre alter Baum besitzt einen Durchmesser (1,5m über dem Boden) von 14,09449 Inch (35,8cm) und eine Stammhöhe von 41,66667 Fuß (12,7m). Da 14,09449 > 11 ist, gilt folgende Formel zur Berechnung des Gewichtes des Baumes über dem Boden: W= 0,15D2H.

W = 0,15 x (14,09449)2 x 41,66667

= 0,15 x 198,654648 x 41,66667

= 1241,59 lbs.

= 1241,59 x 120%= 1489,91 lbs.

= 1489,91 lbs. x 72,5%= 1080,18 lbs.

= 1080,18 x 50%= 540,09 lbs.

= 540,09 x 3,6663 = 1980,14 lbs.

= 1980,14 / 40 = 49,50lbs p.a.

= 22,4528kg p.a.

= 22,4528kg x 40 Jahre = 898,112kg

FLYLA ermöglicht klimaneutrales Fliegen

Fotocredits: Pexels / Tim Gouw

FLYLA ermöglicht klimaneutrales Fliegen

Auf Basis dieser Daten erlauben wir uns die Aussage zu treffen, dass FLYLA langfristig klimaneutrales Fliegen ermöglicht. Wie alle wissenschaftlichen Aussagen, sind auch die von uns verwendeten mit einem gewissen Restrisiko behaftet, welches wir nicht vollständig ausschließen können. Uns ist bewusst, dass die klimafreundlichste Art des Transports weiterhin der Fernbus bleibt. Uns ist auch bewusst, dass es besser ist, das Klima so wenig wie möglich zu belasten als erst im Nachhinein zu kompensieren. Mit dieser innovativen Art der CO₂-Kompensation nehmen wir allerdings eine Führungsposition in der Branche ein und hoffen eine Inspiration für andere Unternehmen zu sein.

Bei Fragen bezüglich der Berechnungen, Anregungen und Kritik sind wir jederzeit für euch unter franziska@flyla.de erreichbar.

 

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