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Cambridge – So ist es, an Englands Eliteuni zu studieren

University of Cambridge
Mona
Nov. 30 · 5 Minuten lesen

Die University of Cambridge: elitär, exklusiv, nobel und für Normalos praktisch unerreichbar. Die Liste der Vorurteile über die prestigeträchtige Eliteuni ist lang. Der Mythos Cambridge hält schon jahrhundertelang an. Hinter den alten Mauern der historischen Campusgebäude scheinen die wenigen Glücklichen, die einen Studienplatz ergattern, unter sich zu bleiben. Das führt dazu, dass viele Außenstehende denken, die Uni sei völlig außer Reichweite. Aber stimmt das wirklich? Wir haben zwei Studenten gefragt, die es wissen: Alex aus Österreich und Max aus Deutschland.  

Alex, AUT 

... macht seinen Master in Philosophy (MPhil) in Finance am St. Edmund’s College an der University of Cambridge.

Alex, ein junger Student, posiert mit einem Lächeln in die Kamera. Im Hintergrund sieht man die Berge.
| privat
Wie bist du dazu gekommen, in Cambridge zu studieren? 

Angefangen hat alles am Anfang meiner Bachelor-Zeit. Da ich nie ein wirklich guter Schüler war, wollte ich anfangs versuchen, Bestnoten im Studium zu schreiben. Es hat also ursprünglich nur mit einem Experiment meinerseits angefangen. Ich wollte wissen, ob ich überhaupt in der Lage bin, überdurchschnittliche Noten zu schreiben. Diese Zeit war ausschlaggebend, um mich später dann in Oxbridge bewerben zu können. Auf die konkrete Idee, mich zu bewerben, kam ich dann aber erst, als mir meine Schwester einen Oxford-Pulli aus England mitgenommen. Erst dann habe ich bemerkt, dass ich eigentlich reale Chancen auf Oxbridge habe. Davor hatte ich Oxbridge nicht einmal im Auge, da beide Unis oft sehr „fern bzw. nicht erreichbar erscheinen können”.

Wie lief der Bewerbungsprozess? 

Bei meinem Masterprogramm war der Bewerbungsprozess sehr angenehm, nicht zu aufwändig und lief rein online ab. Berücksichtigt wird die Bewerbung solange alle Mindestforderungen, wie Englischlevel, Notendurchschnitt und Fachwissen erfüllt sind. Es gab viele Daten im Bewerbungsformular auszufüllen, Fragen zur Motivation zu beantworten und Professorengutachten, Nachweise zu Englischkenntnissen, Bachelor-Noten, etc. zu erbringen. Interviews gab es keine. Es gab auch einige optionale Punkte, wie GMAT, GRE oder research proposal, die ich alle frei gelassen habe. Dies hat sich überraschenderweise (und zum Glück!) nicht negativ auf meine Bewerbung ausgewirkt.

Wie hast du dich auf deinen Master vorbereitet? 

Für die fachliche Vorbereitung bekam ich eine ausgiebige summer pre-reading list. Außerdem gab es im September einen Mathematik- und Statistik-Vorkurs. Organisatorisch gab es auch viel zu tun, wie Formalien für die Aufnahme des Studiums erfüllen, Visum beantragen, Unterkunft suchen, etc. Hier gab es aber super Unterstützung von Cambridge und meinem College.

Wo wohnst du während deiner Zeit in Cambridge?

Direkt in einer Unterkunft von meinem College – quasi in einem Studentenwohnheim, das aus WGs besteht. In meinem Fall habe ich ein eigenes Zimmer und Bad + Toilette und teile mir die Küche und den Aufenthaltsraum mit ein paar anderen Studierenden. Da sich viele soziale Events (formelle und informelle Feiern, etc.) direkt im College abspielen und Dinge wie Fitnessstudio, Essensmöglichkeiten etc. auch direkt dort vorhanden sind, wollte ich unbedingt im College leben. Auch die Organisation der Unterkunft über das College war angenehmer als sich privat etwas suchen zu müssen. 

Hast du Tipps für Leute, die in Cambridge studieren wollen? 

Falls jemand den Wunsch hat, in Oxbridge zu studieren und alle Mindestanforderungen und -kriterien erfüllt, einfach bewerben! Wenn man sich nicht bewirbt, hat man eine Chance von 0% dort zu studieren. Wenn man sich bewirbt, hat man eine Chance von > 0% :)

So etwas wie eine fixe Zusage gibt es in Oxbridge wohl leider nicht – Glück oder Pech ist daher immer dabei. Als ich mich damals in Cambridge beworben habe, habe ich ehrlich gesagt auch nicht mit einer Zusage gerechnet. Man sollte daher immer einen Plan B haben und sich von einer Absage nicht entmutigen lassen.

University of Cambridge

Max, GER 

promoviert (PhD) in theoretischem maschinellen Lernen am Downing College an der University of Cambridge. Auch seinen Master hat er schon dort gemacht. 

Max, ein junger Student, lächelt in die Kamera
| privat
Wie bist du dazu gekommen, in Cambridge zu studieren? 

Ich war sehr neugierig über das Leben in Cambridge, wollte sehen, wie das College-Leben aussieht – zum PhD habe ich dann auch noch einen Supervisor gefunden, der ziemlich genau in meine Interessen passt! 

Hast du Tipps für Leute, die in Cambridge studieren wollen? 

Je später, desto besser :) Am schwersten ist es, in die Bachelor-Studiengänge reinzukommen. Master und PhD sind hingegen einfacher, wenn man es wirklich will.

Wo wohnst du während deiner Zeit in Cambridge? 

Ich wohne im College, das ist in Cambridge ziemlich normal. Also eine Art Studentenwohnheim, aber viel persönlicher durch die Bindung zum College.

Wie intensiv und hart ist ein Studium in Cambridge wirklich? Wie viel musst du lernen/leisten? 

Hier muss man zwischen Bachelor/Master und PhD unterscheiden – auf Undergrad und Master Level ist es schon viel Arbeit (hier gibt es sogenannte Supervisions, das ist eine Art Tutorium. 5 pro Woche sind hier nicht ungewöhnlich und jede erfordert ca. 3-5 Stunden Zeitaufwand). PhD ist etwas entspannter, man kann seine Zeit selbst einteilen.

Was gefällt dir bisher am besten an deiner Zeit in Cambridge?

Das Collegesystem ist unglaublich – man lernt so viele verschiedene Leute aus allen Lebenslagen, Studiengängen und Hintergründen kennen, gerade für PhD ist das ein riesiges Plus, wo man in Deutschland häufig fast gar nicht aus seiner Gruppe rauskommt.

Welche waren deine bisher größten Herausforderungen? 

Beim Rudern ins erste Boot zu kommen :)

Max beim Rudern
| privat

WEITERE TIPPS & EMPFEHLUNGEN

Buchtipp

Nele Polatschek, eine deutsche Journalistin und Publizistin, schreibt in ihrem Buch Dear Oxbridge darüber, wie es wirklich ist, an den weltbekannten britischen Eliteunis zu studieren. Polatschek selbst hat jahrelang in Oxford und Cambridge studiert und schildert ihre Zeit zwischen langen Nächten in der Bibliothek und Partys der britischen Upperclass urkomisch, smart und ehrlich. Dabei geht sie auf den Oxbridge-Bewerbungsprozess ein, schreibt ehrlich über das Scheitern und über Erfolge, über das Leben in Großbritannien als Deutsche, über die kulturellen Unterschiede und über die exzentrische englische Elite. 

TikTok-Tipp 

Die deutsche Studentin Elena (IG: @elenahandtrack) berichtet auf ihren Social Media Accounts von ihrem Leben als Jura-Studentin in Cambridge. Sie macht ihren Master zwar aktuell in Tübingen, auf ihrem Tiktok- und Instagram-Profil wimmelt es aber nur so vor Cambridge-Insights. Elena gewährt Einblicke in das Elite-Studi-Leben, in den Alltag am prestigeträchtigen Campus, sie zeigt euch ihr Zimmer und verrät viele Tipps und Tricks. 

Instagram-Tipp

Andere Elite-Uni, aber gleich spannend: Der Instagram-Account That Oxford Girl, hinter dem sich die Oxford-Studentin Tilly Rose versteckt, nimmt euch mit hinter die historischen Mauern der Oxford Colleges, mit in die Hogwarts-ähnlichen Bibliotheken und zu Veranstaltungen der Eliteuni. Auch in ihrem Buch That Oxford Girl: A Real Student's Guide to Oxford University gibt Tilly Rose allerhand Tipps, Tricks und Einblicke in das Leben einer Oxford Studentin. Dabei ist der Guide nicht nur super informativ – es werden alle wichtigen Fragen rund um den Bewerbungsprozess, die Vorbereitungen, das Studieren selbst, etc. beantwortet – sondern mit den vielen Illustrationen und Bildern auch super ästhetisch. 


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