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Wie geht eigentlich... Slow Travel?

Quelle: https://this-person-does-not-exist.com/de
Franziska
Okt. 01 · 3 Minuten lesen

Stellt euch ein kleines Häuschen in der französischen Provence vor. Ihr verbringt eine ganze Woche in dem kleinen Steinhaus irgendwo im Nirgendwo. Jeden Morgen holt ihr frisches Obst und Gemüse vom Markt, ihr verbringt Stunden in eurem Lieblingscafé direkt um die Ecke. Zwischendurch spaziert ihr durch Weingüter, durch kleine, verwunschene Nachbarorte, über weite Felder. Die Abende verbringt ihr ganz entspannt auf der Terrasse eures Häuschens, mit selbstgemachtem Essen, mit Wein, mit selbstgepflückten Blumen am Tisch, Kerzen und entspannter leiser Musik. Die Grillen zirpen. Mit Freund:innen lasst ihr den gemütlichen Tag noch gemütlicher ausklingen, ihr redet bis in die Nacht hinein, bis in die Morgenstunden und schlaft am nächsten Tag lange aus. Klingt nach eurem Geschmack? Dann könnte Slow Travel genau eure Art zu reisen sein. 

Was ist Slow Travel?

Bei Slow Travel liegt der Fokus weniger darauf, möglichst viele Orte und Sehenswürdigkeiten auf der To-Do-Liste abzuhaken, es geht nicht um Abenteuer und Action. Vielmehr dreht sich beim Slow Travel alles um – wie der Name schon verrät – langsames Genießen, um das Aufsaugen der Umgebung, um das bewusste Wahrnehmen der Natur, der Kultur, der Menschen vor Ort. Es geht nicht darum, fünf Städte in einer Woche zu besichtigen, sondern darum, abgelegene Plätze zu entdecken. Und das auf eine Art und Weise, bei der kein Platz für Stress bleibt. Slow Travel heißt aber auch: Den Respekt vor den Einheimischen zu bewahren, umweltfreundlich und billig zu reisen. 

Slow Travel ist eine Unterkategorie des Slow Movement. Und das Slow Movement wiederum hat sich wiederum über die Slow Food-Bewegung etabliert. Slow Food-Vertreter:innen legen Wert auf regionale Küche, lokales Anbauen, gemeinschaftliches Essen und traditionelle Zubereitungsmethoden. Diese Slow Phänomene bedeuten nichts anderes als: einen Gang zurückschalten, langsamer treten. Sich zu verabschieden von dem Konsum, von dem Immer-Schneller, Immer-Weiter, Immer-Besser unserer Gesellschaft. 

Eine junge Frau sitzt auf der Fensterbank und blickt nach draußen in die Palmen-Landschaft. Das Bild strahlt sommerliche, tropische Gefühle aus.
| Unsplash License

Slow Travel ist dabei nicht unbedingt nur die Art des Reisens. Es geht vielmehr um die Mentalität. Ein Slow Traveler nimmt sich Zeit beim Erkunden und erlebt die Kultur vor Ort. Es ist wichtiger, einen kleinen Teil der Erde sehr gut kennen zu lernen, als nur ein kleines bisschen von vielen verschiedenen Orten zu sehen. 

Slow Travel könnt ihr durch wenige bewusste Entscheidungen betreiben. Ihr könnt euch dafür entscheiden, die unmittelbare Umgebung des Urlaubsortes zu Fuß zu erkunden. Ihr könnt Fahrradtouren unternehmen und dabei zusehen, wie sich die Landschaft von Kilometer zu Kilometer verändert. Ihr könnt bei der Anreise zum Urlaubsort mal nicht die monotone Autobahn befahren, sondern die Landstraße nehmen, von einem kleinen Ort zum nächsten. Ihr merkt schon, Slow Traveling liegt in vielen kleinen bewussten Entscheidungen, welche die Reise verlangsamen, leiser, billiger und (umwelt-)bewusster machen.

Die Vorteile

Französisches Picknick auf der Wiese: Auf der Decke liegen schön angerichtet Baguette, Croissant, Wein, Käse und Trauben.
| Pexels License

Vor allem könnt ihr durch Slow Travel eine viel engere Verbindung zu dem jeweiligen Reiseziel aufbauen. Ihr könnt, um bei dem Beispiel mit dem Häuschen in Frankreich zu bleiben, den Provence-Lifestyle kennenlernen. Das gute französische Leben. Ihr könnt, völlig fernab von Touri-Magneten erkunden, wie die Locals leben, welchen Wein sie trinken, wie der edle Tropfen produziert wird, welcher Käse am besten schmeckt. Jeden Tag könnt ihr ein wenig mehr von der Region kennenlernen. Durch Spaziergänge, durch Gespräche mit Einheimischen, durch das Einkaufen am Markt. Völlig ohne Zeitplan und ohne Stress. Ihr erlebt so, wie es ist, vor Ort zu leben. 

Ein weiterer offensichtlicher Vorteil des langsamen Reisens: die Kohle. Ihr spart euch die Tickets zu Sehenswürdigkeiten und Touri-Magneten, ihr spart euch die Kosten für große Unternehmungen und teure Hotels. Und obendrein ist alles auch noch umweltschonender. Weniger Autofahrten, weniger Flüge, ein kleinerer ökologischer Fußabdruck. 

Was ihr aber im Hinterkopf behalten solltet: Zwar ist Slow Travel entspannt, aber wirklich hautnah an eine andere Kultur ranzukommen, ist oft eine größere Herausforderung als das schnelle Abklappern von großen Sehenswürdigkeiten. Es gilt, Sprachbarrieren und interkulturelle Differenzen zu überwinden, es gilt auf Menschen zuzugehen und offen zu sein. Wenn ihr schon mal Erfahrungen mit richtigem Slow Travel gemacht habt, dann schreibt uns gerne. 

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